Donnerstag, 11. September 2008
Blick am Abend, Teil 5/6
Vermutlich haben Sie auch schon Einen, ja, und der neben Ihnen im Zugsabteil bestimmt auch, einen Partner aus dem Internet. Nicht dass ich mit meiner bisherigen Partnerin nicht zufrieden gewesen wäre, nein, vielmehr gehören Cyber-Freundschaften heutzutage zum Business. Wenn man dazu gehören will, muss man eine solche Bekanntschaft unbedingt ins Auge fassen. Nein meine Herren, die Singelfrau vom Swissdate genügt nicht mehr. Im Übrigen sind uns da die Nachbarn im Norden voraus, Herzblatt („bitte die Wand“) wurde schon längst abgesetzt. Für alle, die noch kein Profil auf solch einer trendigen Flirtseite haben, empfehle ich, dringend eines zu erstellen. Aber verzichtet doch bitte auf Kosenamen wie „Stecher22“, „blond_36“ oder „senil68“, ausser der „Nickname“ passt tatsächlich (…). Bei den nächsten Schritten kann es teilweise von Vorteil sein, nicht immer die Wahrheit anzugeben. Beim Wohnort lieber Freienbach SZ statt Seebach, beim Ferienziel besser Seychellen als Wallisellen. Bei den Interessen ist es hingegen ganz einfach. Was man in den Wald ruft kommt zurück. Schreibt man z.B. Natur, dann meldet sich wohl eher ein Ökofritz als ein Formel-1-Fan. Dann kommt noch der Beruf: Auch hier kann es sinnvoll sein, ein wenig zu Schummeln. Bankangestellter kommt statistisch gesehen besser an als Autolackierer (gilt nicht zwingend für Herren der UBS). Jetzt kann dem Aufschalten des Profils nichts mehr im Wege stehen. Noch ein letzter Tipp: Bitte auf keinen Fall persönliche Angaben wie z.B. Adresse aufs Netz laden. Wenn dann nämlich Probe-Abos der Glückspost (Sorry für den Seitenhieb Fam. Ringier) ins Haus flattern, na dann gute Nacht.
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