Donnerstag, 11. September 2008
Blick am Abend, Teil 6/6
Er ist zurück! Der Nachfolger von Wilhelm Tell als Nationalheld, Alex Frei, hat die Verletztenhexe abgestreift und steht wieder frohen Mutes auf der grünen Wiese des Fussballs. Die eidgenössischen Fussballkollegen des Baselbieters konnten den letzten Mittwoch wohl kaum erwarten, ihn endlich wieder als Sturmspitze bei sich zu haben. Er, der in der ersten Vorführung des Eurotheaters mit einem defekten Innenband ausschied, ist seit Mittwoch mit unserer „Elf“ wieder im Einsatz. Haben wir doch alle noch mit ihm geheult und geflennt, als er am 7. Juni ohne gegnerische Einwirkung zusammensackte. Den meisten Fussballfans blieben sogar das Bier und die Salznüssli im Hals stecken, als er nicht mehr selbst aufstehen konnte. Doch nun ist er wieder Aufgestanden und Auferstanden, der Messias unter den Tschütteler. Leider konnte aber auch er nicht das blamable Scheitern gegen Luxemburg verhindern. Nach dem knappen Unentschieden bei den Israeliten erhoffte sich das ganze Land einen Denkzettel gegen die Europäer. Aber es kam bekanntlich anders, wie schon damals gegen Aserbaidschan unter Fringer. Da wäre mir eine Niederlage im Mai gegen Liechtenstein schon viel lieber gewesen, denn dann ginge das noch unter „Nachbarschaftshilfe“. Die deutschsprachigen Fernsehanstalten spielten vorgestern übrigens mit. Auf 3 Sat lief beispielsweise der sehr zutreffende Film „Grounding“. Auch „der Untergang“ mit Bruno Ganz hätte sicherlich den einen oder anderen Fan wegen des Titels zum wegzappen animieren können. In Israel war es noch die Hitze auf dem Feld, in Zürich lag es sicher nicht am Hitzfeld.
Blick am Abend, Teil 5/6
Vermutlich haben Sie auch schon Einen, ja, und der neben Ihnen im Zugsabteil bestimmt auch, einen Partner aus dem Internet. Nicht dass ich mit meiner bisherigen Partnerin nicht zufrieden gewesen wäre, nein, vielmehr gehören Cyber-Freundschaften heutzutage zum Business. Wenn man dazu gehören will, muss man eine solche Bekanntschaft unbedingt ins Auge fassen. Nein meine Herren, die Singelfrau vom Swissdate genügt nicht mehr. Im Übrigen sind uns da die Nachbarn im Norden voraus, Herzblatt („bitte die Wand“) wurde schon längst abgesetzt. Für alle, die noch kein Profil auf solch einer trendigen Flirtseite haben, empfehle ich, dringend eines zu erstellen. Aber verzichtet doch bitte auf Kosenamen wie „Stecher22“, „blond_36“ oder „senil68“, ausser der „Nickname“ passt tatsächlich (…). Bei den nächsten Schritten kann es teilweise von Vorteil sein, nicht immer die Wahrheit anzugeben. Beim Wohnort lieber Freienbach SZ statt Seebach, beim Ferienziel besser Seychellen als Wallisellen. Bei den Interessen ist es hingegen ganz einfach. Was man in den Wald ruft kommt zurück. Schreibt man z.B. Natur, dann meldet sich wohl eher ein Ökofritz als ein Formel-1-Fan. Dann kommt noch der Beruf: Auch hier kann es sinnvoll sein, ein wenig zu Schummeln. Bankangestellter kommt statistisch gesehen besser an als Autolackierer (gilt nicht zwingend für Herren der UBS). Jetzt kann dem Aufschalten des Profils nichts mehr im Wege stehen. Noch ein letzter Tipp: Bitte auf keinen Fall persönliche Angaben wie z.B. Adresse aufs Netz laden. Wenn dann nämlich Probe-Abos der Glückspost (Sorry für den Seitenhieb Fam. Ringier) ins Haus flattern, na dann gute Nacht.
Dienstag, 18. März 2008

Der Frühling ist nun auch im Unterland angekommen, unpünktlich wie eh und je. Höchste Zeit also, um die Reifen an meinem Zweirad auf Sommer zu stellen, und, das mache ich immer um diese Jahreszeit, meinen Hausarzt aufsuchen. Heutzutage geht nichts mehr ohne jährliches Gesundheits-Update bei einem eidgenössisch anerkannten Oberheiler.
Getreu nach dem Motto „läuten und eintreten“ (hat nichts mit „auf Leute eintreten“ zu tun) betrat ich diese Arztpraxis, welche bereits von weitem nach dem allseits bekannt und beliebten Generika-Mix roch. Freundlich begrüsst wurde ich, obschon sich meiner Einer nicht mal vorher angemeldet hat, von einer schlanken, südländisch jungen Frau (mit Headset), welche sich seit neustem MPA nennt (althelvetisch: Arztgehilfin). „Ich müsse halt jetzt warten…“, da ich mich ja nicht angemeldet habe. Na bitte, wo ist denn da der Unterschied? Na klar, bei den Minuten! Statt der üblichen Wartezeit von einer halben Stunde, welche man übrigens nicht von den Steuern abziehen kann, warte ich dieses Mal satte 47 Minuten!! Und stellen Sie sich vor meine Damen und Herren, dies in einem Wartsaal, mit kreischenden Neugeburten, nicht mehr so aktuellen Schweizer Illustrierten (Adolf Ogi, der neue Bundesrat ganz privat…!) und ständigem Geläute, von nach mir eintretenden Patienten, welche selbstverständlich vor mir drankommen.
Nach drei Kreuzworträtseln wird endlich mein Name aufgerufen. Dumm nur, dass die alte Dame neben mir denselben Nachnamen besitzt. Nach der Frau mit der heimtückischen Artrose (sie hat mich mit ihren Erzählungen auf Trab gehalten, Lösungen der Rätsel deshalb unbekannt) kam ich nun an die Reihe. Alles i.O. sagt der Fachmann, wie jedes Jahr. Seit eh und je. Noch 15 Minuten geplaudert mit meinem Dökti, jedoch habe ich rechtzeitig das Besprechungszimmer verlassen, damit sich meine Krankenkassenrechnung in Grenzen hält (habe hohe Franchise…). Warum mir mein FMH-Arzt jedoch bei der Verabschiedung diesmal einen übermässig starken Händedruck verpasste, bleibt sein Geheimnis. Ich vermute jedoch, dass er mit dieser Tätigkeit eine Handverletzung auslösen wollte. Getreu nach dem allgemeinen Ärzte-Motto: „Sieht aber gar nicht gut aus, das müssen wir unbedingt behandeln…“
Getreu nach dem Motto „läuten und eintreten“ (hat nichts mit „auf Leute eintreten“ zu tun) betrat ich diese Arztpraxis, welche bereits von weitem nach dem allseits bekannt und beliebten Generika-Mix roch. Freundlich begrüsst wurde ich, obschon sich meiner Einer nicht mal vorher angemeldet hat, von einer schlanken, südländisch jungen Frau (mit Headset), welche sich seit neustem MPA nennt (althelvetisch: Arztgehilfin). „Ich müsse halt jetzt warten…“, da ich mich ja nicht angemeldet habe. Na bitte, wo ist denn da der Unterschied? Na klar, bei den Minuten! Statt der üblichen Wartezeit von einer halben Stunde, welche man übrigens nicht von den Steuern abziehen kann, warte ich dieses Mal satte 47 Minuten!! Und stellen Sie sich vor meine Damen und Herren, dies in einem Wartsaal, mit kreischenden Neugeburten, nicht mehr so aktuellen Schweizer Illustrierten (Adolf Ogi, der neue Bundesrat ganz privat…!) und ständigem Geläute, von nach mir eintretenden Patienten, welche selbstverständlich vor mir drankommen.
Nach drei Kreuzworträtseln wird endlich mein Name aufgerufen. Dumm nur, dass die alte Dame neben mir denselben Nachnamen besitzt. Nach der Frau mit der heimtückischen Artrose (sie hat mich mit ihren Erzählungen auf Trab gehalten, Lösungen der Rätsel deshalb unbekannt) kam ich nun an die Reihe. Alles i.O. sagt der Fachmann, wie jedes Jahr. Seit eh und je. Noch 15 Minuten geplaudert mit meinem Dökti, jedoch habe ich rechtzeitig das Besprechungszimmer verlassen, damit sich meine Krankenkassenrechnung in Grenzen hält (habe hohe Franchise…). Warum mir mein FMH-Arzt jedoch bei der Verabschiedung diesmal einen übermässig starken Händedruck verpasste, bleibt sein Geheimnis. Ich vermute jedoch, dass er mit dieser Tätigkeit eine Handverletzung auslösen wollte. Getreu nach dem allgemeinen Ärzte-Motto: „Sieht aber gar nicht gut aus, das müssen wir unbedingt behandeln…“
Montag, 17. März 2008
zuschauen erlaubt!

Wissen Sie noch, wann Sie das letzte Mal ein Kino besuchten? Wenn der Eintritt damals zehn Franken kostete, dann ist es schon ein Weilchen her. Eine 10er Note geben Sie heutzutage schon nur für Getränk und Popcorn aus, ob Coke Zero oder Fanta Lemon, spielt keine Rolle. Obschon Sie eigentlich auf dessen Kauf verzichten könnten, denn vom Vorgänger hat’s unterm Sitz sicherlich noch Speiseresten.
Schon beim betreten des Eingangsbereich werden Sie mittels Monitore (natürlich aus der neusten Flatscreen-Generation) freundlich darauf hingewiesen: „Willkommen im Kino…“ – Als ob man dies nicht gewusst hätte. Gegenüber dem Eingang befinden sich im Übrigen diverse Bankomaten, sollte das Portmonee bereits nach der Billett-Kasse leer laufen. Falls dennoch was übrig bleibt, stehen beim Take Away (fürs Geld heissts „Stay Here“) diverse Produkte von Masterfoods® zum Mitnehmen bereit.
Mit überdimensionalem Pappbecher geht’s weiter in den Kinosaal, dank Rolltreppe wird nichts verschüttet. Die enge Bestuhlung drinnen, erinnert jedoch eher an den Besuch eines Autokinos in einem Smart®.
Mit überdimensionalem Pappbecher geht’s weiter in den Kinosaal, dank Rolltreppe wird nichts verschüttet. Die enge Bestuhlung drinnen, erinnert jedoch eher an den Besuch eines Autokinos in einem Smart®.
Schon bald geht’s los… mit der Werbung... Man könnte wirklich meinen, man bezahle für einen Werbefilm, bei dem man als „Zückerli“ zum Abschluss noch einen Hollywoodstreifen zu sehen bekommt. Die grösste Action zu Beginn sind die als letzte ins Kino strömenden Mitschauer, welche beim Vorbeilaufen jeweils deine Kniescheiben arg strapazieren, da sie logischerweise die Sitze ganz hinten in der Ecke gebucht haben. (in den Zürcher Kinos muss man wegen Platzmangel demnach aufstehen). Man kann froh sein, wenn man dabei kein Andenken der Getränkehersteller auf den Jeans davon trägt. (Cola-Zero-Flecken verschwinden dank dem Zuckermanko unter Anwendung der Persil Megaperls auch bei 40 Grad)
Der Filmablauf ist indes schnell erzählt, er verläuft seit Jahren nach dem gleichen Muster: Zuerst ein halbes Dutzend US-Firmenlogos, von den Warner Brothers, von Paramount, Fox und dergleichen. Anschliessend riesige Hektik, dann lernen sich zwei Typen (meistens Männlein und Weiblein) kennen, der erste Krach, die erste Pause (nochmals Pappbecher, diesmal noch mit Frisco-Cornets), die lang ersehnte Versöhnung der HauptdarstellerInnen, der nächste Krach, u.s.w. Was auffällt: die in der Film-Vorschau gezeigten Gags sind bereits bei Filmmitte verbraucht. Anders gesagt, jetzt wird’s erst richtig spannend (Küssen verboten…). Spätestens dann merken auch die Harry Potters, Ratatouilles und Exorzisten, dass sie im falschen Kinosaal sitzen.
Das Happyend, welches sich bei allen Filmen recht ähnlich sieht, sorgt meist für Tränen unter den Zuschauern, genau wie nach einem Fussballmatch FCZ-FCB, wenn die Stapo ZH unter Anwendung eines speziellen Gases, die Fanlager trennen möchte, womit wir wieder beim Fussball wären. Dazu die interessante Frage: Haben die Kinos während der Euro (Benefizspiele zu Gunsten des UEFA-Jahresgewinns) überhaupt geöffnet? Wenn ja, welche Filme werden gezeigt? „Das Wunder von Bern“, „Mein Name ist Eu(ro)-Gen“, „Kill Ball“ oder „Kein-Ohr-Rasen?“
Abonnieren
Posts (Atom)